Antifa und ihre Kriminalisierung
Datum: 27.07.09 22:15 Uhr
 
Ein Kurzüberblick über die Antifabewegung

Zunächst einmal steht die Abkürzung "Antifa" für Antifaschismus und steht somit für den Kampf gegen Faschisten.

Geschichtlich gesehen gibt es AntifaschistInnen, seit dem es Faschismus gibt. In Deutschland z.B. seit 1923 als Teilgruppe des Rotfrontkämpferbundes. Aber erst ab den 80er Jahren setzte sich die Antifabewegung durch, wie wir sie heute kennen. Angetrieben von kommunistischen Gruppen und der Hausbesetzerszene bildeten sich um diesen Zeitraum zahlreiche Antifagruppen. Dazu beigetragaen haben auch die Auflösung der DDR und der Anstieg ausländerfeindlicher Übergriffe.

Heute gibt es einige Tausend AntifaschistInnen in Deutschland, mit dem Ziel Faschismus, Rassismus und Nationalismus zu bekämpfen, wobei dies oft nur die kleinste Gemeinsamkeit innerhalb der Antifabewegung ist. Also homogende Gruppe kann man die Antifabewegung nicht sehen, denn weitere Ziele und Ansichten unterscheiden sicht oftmals. Kommunistische, Anarchistische und Basisdemokratische Tendenzen spielen dort oftmals eine Rolle, sowie die Ablehnung vom Kapitalismus und Sexismus. Genauso gibt es antiimperialistische, aber auch israelsolidarische Strömungen.

Durchzusetzen versucht man dies auf verschiedenen Wegen. Antifaarbeit beschränkt sich nicht nur auf Veranstalten von Demonstrationen, sondern es nehmen Recherchen, Aufklärung, Dokumentation und Verbreitung von Informationen über rechtsextreme und rechtskonservative Strömungen einen wichtigen Platz ein.
Außerdem ist es Ziel, jedem eine autonome Identität zu verschaffen, indem das Individuum sich informiert und reflektiert.
Die Anwendung von Gewalt ist ein oft diskutiertes Mittel für die Durchsetzung der Ziele. Es gibt viele PazifistInnen, aber auch Militanz ist bei Teilen der Antifabewegung in manchen Situationen legitim. Das Bild der Boulevard-Presse von autonomen steinewerfenden Gewaltpsychopathen aus der Hölle stimmt nicht mit der Antifabewegung überein. Die Medien pushen Ausschreitungen wie beim G8 gerne, um der Konsumgesellschaft Abneigungen für eine emanzipatorische Bewgung anzuerziehen.

Kriminalisierung der Antifabewegenung

Unausrottbar scheint das Vorurteil über die gleiche Gefährlichkeit von "rechten und linken Extremisten". Es weiß zwar jedeR, dass die Nazis 6 Millionen Juden ermordet haben, den zweiten Weltkrieg mit über 50 Millionen Toten begonnen und verloren haben, was aber eine Menge Leute nicht davon abhält, die Linken -im KZ, im Exil und im Widerstand- für mit oder gleich schudlig zu finden. Es weiß heute jedeR: Neonazis überfallen und töten beispielsweise Ausländerinnen und Ausländer, bringen Obdachlose um und greifen behinderte, linke oder alternativ aussehende Menschen an. Das hindert viele nicht daran, die politischen Gegner der Neonazis, also die Antifabewegung, für mindestens genauso gefährlich zu halten. Da dafür jede reale Grundlage fehlt und somit der Wahn um sich greift, bemühen sich die Strafverfolgungsbehörden der Bundesrepublik zu schaffen was nicht ist: die Kriminalität der Antifabewegung.
Verfassungsschutzberichte müssen zudem einräumen, dass die Straftaten von rechts und links schon zahlenmäßig nicht zu vergleichen sind. Die Straftaten von AntifaschistInnen resultieren darüber hinaus zum übergroßen Teil daraus, dass sie sich den Nazis in den Weg getsellt haben. Zivilcourage und "Aufstand der Anständigen" sind vorbei. Wer das heute noch ernst nimmt, kommt mit der deutschen Justiz in Konflikt.

Der Staat, dessen Vertreter nicht müde werden zu erklären, sie seien gegen Faschismus, Rassismus und Antisemitismus, dieser Staat lässt es sich nicht nehmen, jede noch so gewaltverherrlichende Aktion der Neonazis zu schützen. Die typische Meldung heißt dann: "Es demonstrierten 100 Neonazis, vom Gericht genehmigt und von 1000 Polizisten geschützt. Von den 1000 Gegendemonstranten wurden 50 in Gewahrsam genommen".

Eine besondere Verfolgungsmentalität zeichnet die Staatsanwaltschaften aus. Hier hat sich der alte Korpsgeist der blutigen deutschen Justiztradition gehalten. Der Feind steht links, heißt es dort vom Kaiserreich bis heute. Karrieren werden dabei immer noch von denen gemacht, die am schärfsten gegen Linke vorgehen. Ganz junge AntifaschistInnen werden besonders gern eingeschüchtert und müssen mit härtesten Vorgehen der Justiz rechnen, um schon frühzeitig diesen Menschen das Mitmischen in politischen Aktionen zu vermiesen. Bei Ermittlungen ist auch eine Begehrlichkeit von Computern von Linken festzustellen. Die Staatsanwaltschaften wollen alles von jedem wissen, die ganze Szene ausspionieren und dabei zählt die Verhältnismäßigkeit von Mitteln nicht mehr viel.

Man möchte linke Strömungen einengen, sodass eine Veränderung der aktuellen Situation, welche von Rassimus und Sexismus nur so strotzt, nicht möglich ist, um ihren fast schon Polizei- und Überwachungsstaat zu stärken und weiter auszubauen.

Weitere Informationen zur Antifabewegung:

www.jugendszenen.com/Antifa/Antifa.html
de.wikipedia.org/wiki/Antifa
 
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